1975 Briefmarke Berlin
1904 Dampfer Reparatur Werkstatt Pharus

Lesetipp
Vermutlich die wohl ausführlichste Quelle:

Werner Jaeger:
Das Mittelrad-Dampfschiff
Prinzessin Charlotte von Preussen 1816,
Schriften des Deutschen Schiffahrtmuseums 7,
1977 Verlag Gerhard Stalling AG,
Oldenburg/Hamburg,
ISBN 3-7979-1883-6

1921 Notgeld Berlin
1818 Friedrich August Calau

Deutsche Bundespost Berlin
Katalog Nr. Michel 483

Trost 1988, Seite 2:

Die Berliner können mit Stolz behaupten, daß vor den Toren ihrer Stadt das erste deutsche Dampfschiff erbaut worden ist.

Allerdings waren die Konstrukteure und Erbauer Engländer.

Am 29. Juni 1816 legten John Humphry und sein Sohn Barnett Humphry auf einem Bauplatz in Pichelsdorf bei Spandau den Kiel des ersten Fahrgastdampfers in Deutschland.

Die Bauaufsicht hatte John Rubie; schon am 14. September erfolgte der Stapfellauf und am 2. Oktober wurde die Probefahrt absolviert.

Das hölzerne Dampfschiff erhielt den Namen PRINZESSIN CHARLOTTE VON PREUSSEN und machte am 27. Oktober 1816 seine erste Fahrt von Spandau zur Pfaueninsel mit 160 Gästen an Bord.

Der Dampfer war 39,60 m lang, 5,80 m breit und war mit einer Niederdruck-Balancier-Maschine von der englischen Firma Boulton, Watt & Cie. in Soho ausgerüstet, die 14 PSn (nach heutiger Umrechnung ca. 40 PSi) leistete. Angetrieben wurde das Schiff durch ein Schaufelrad mit acht Schaufeln, das im Inneren des Schiffskörpers angebracht, äußerlich also unsichtbar war.

Die 16 km lange Strecke wurde auf Hin- und Rückfahrt in 4 Stunden bewältigt, die angegebene Geschwindigkeit von 1 Meile pro Stunde ist also richtig; gemeint ist die englische Meile zu 7,42 km.

Für Rechnung der Königlichen Post verkehrte die PRINZESSIN CHARLOTTE dann regelmäßig zwischen Berlin und Potsdam; Abfahrt war am Großfürstenplatz, einem halbrundförmigen See vor dem Schloß Bellevue. Doch schon 1819 wurde der Betrieb mit diesem ersten Dampfer wieder eingestellt; 1822 zog man ihn auf Land, da er nicht mehr schwimmfähig war und drei Jahre später wurde er abgewrackt.

 

Nach den ersten Erfolgen der Dampfschiffahrt in England und Amerika erwarben der Engländer John B. Humphreys und sein Sohn am 12. Oktober 1815 ein Privileg für die Dampfschiffahrt in Preußen. Sie richteten eine Werft in Pichelsdorf ein und bauten dort das erste deutsche Dampfschiff. Am 14. September 1816 lief die "Prinzessin Charlotte von Preußen" vom Stapel.

Es war ein Mittelraddampfer, dessen Radkasten hoch über das Deck ragte. Um Raum für das Antriebsrad zu schaffen, war der Bootskörper besonders breit gebaut worden und wurde mit zwei Kielen ausgestattet. In den Bordwänden waren Fenster anstatt Bullaugen eingesetzt worden, um mehr Licht in die unter Deck liegenden Kajüten zu lassen. Man hatte sogar eine Restauration für die Passagiere an Bord. Als Antrieb benutzte Humphreys eine von "Boulton & Watt" gebaute Dampfmaschine mit einer Leistung von 14 PS. Damit erreichte die "Prinzessin Charlotte von Preußen" eine Fahrgeschwindigkeit von 7,5 Kilometer pro Stunde. Am 2. Oktober 1816 lief sie zu ihrer Jungfernfahrt von Spandau zur Pfaueninsel aus.

Rundfahrt mit dem König

Einen Monat später, am 2. November 1816, unternahm König Friedrich Wilhelm III. eine Rundfahrt auf der Havel. Den regelmäßigen Schiffsverkehr zwischen den Anlegestellen Tiergarten und Charlottenburg nahm man erst im Juni 1817 auf. In der Zwischenzeit hatten die Humphreys weitere Dampfschiffe in Pichelsdorf auf Kiel gelegt. Am 15. März 1817 lief der Seitenraddampfer "Kurier" vom Stapel, im November 1817 folgte ein drittes Schiff, die "Stadt Magdeburg". Im Mai 1817 wurde die "Patentierte Dampfschiffahrts-Gesellschaft" gegründet, die auch in Hamburg ein Kontor eröffnete. Mit dem "Kurier" und der "Stadt Magdeburg" wurde ein Liniendienst zwischen Berlin und Hamburg eingerichtet. Doch konnte sich das moderne Verkehrsmittel noch nicht durchsetzen. Der wirtschaftliche Erfolg blieb aus. Bereits im Oktober 1818 stellte die "Prinzessin Charlotte" ihre Fahrten ein und wurde 1824 verkauft und abgewrackt. Der Liniendienst zwischen Hamburg und Berlin wurde 1821/22 eingestellt.

Quelle:
Berliner Zeitung, 17.09.1996
http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/1996/0917/spandau/0017/index.html 

Im 18. Jahrhundert besaß die „Berliner Vorstadt“ einen überwiegend ländlichen Charakter mit Äckern, Gärten und Windmühlen am Ostufer des „Heiligen Sees“. Mit den Anfängen der Dampfschifffahrt auf der Havel ist die von der „Berliner Straße“ abgehende „Schiffbauergasse“ verbunden. Dort hatte der Engländer Humphreys 1815 die Konzession erhalten, Dampfschiffe in Preußen zu bauen. Er erwarb dazu ein entsprechendes Gelände in Pichelsdorf bei Spandau, wo 1816 das erste „Dampfboot“, die „Prinzessin Charlotte von Preußen“, vom Stapel lief. Die Werft wurde später nach Potsdam verlegt. Dort entstand 1819 die „Fürst Blücher“, das größte bis dahin in Europa gebaute Dampfschiff.

http://www.potsdam-abc.de/verzeichnis/objekt.php?mandat=16038

potsdam abc

Nebenbei muß erwähnt werden, daß die ersten Dampfschiffe aus Holz gebaut waren; eiserne Dampfschiffe folgten später.

Im gleichen Jahr 1816 erlebte Berlin den Bau des ersten deutschen Dampfschiffes. Der Erbauer, J.B. Humphreys jun., aus England stammend, begann bei Pichelsdorf in der Nähe von Spandau den Bau der PRINZESSIN CHARLOTTE VON PREUSSEN, benannt nach der ältesten Tochter König Friedrichs III. Humphreys hatte schon im Jahre 1815 mit seinem Vater ein Patent auf zunächst 10 Jahre erhalten, ausschließlich alleine Dampfboote in Preußen einsetzen zu dürfen. Dieses Patent lief dann sogar bis 1832.

Am 27. Oktober 1816 nahm die PRINZESSIN CHARLOTTE VON PREUSSEN die Fahrten auf, und zwar mit der Eröffnungsfahrt von Spandau zur Pfaueninsel. Der regelmäßige Fahrdienst wurde im darauffolgenden Jahr zwischen Berlin, Potsdam und Spandau eingeführt. Erstaunlich ist die Passagierkapazität von 300 Personen bei einem Schiffskörper, der rund 40m lang und rund 6m breit über Deck war. Unter dem Vor- und Achterdeck lagen geräumige, gut eingerichtete Kajüten mit Nebengelassen; auch war das Schiff schon bewirtschaftet.

Das folgende Jahr schlägt sich auch schon in einem Reiseführer nieder. Seit 1784 schrieb der gothaische Kriegsrat und Bibliothekar Heinrich August Ottokar Reichard Reisehandbücher; in der 8. Auflage von 1817 (hier in französischer Sprache) berichtet Reichard ganz aktuell, und zwar zwei Monate nach Betriebsaufnahme unter dem Stichwort POTSDAM von dem Dampfboot, das hier auf der Fahrt nach Hamburg vorbeikomme. Es handelte sich um das Schiff DER COURIER von der gleichen Werft des Herrn Humphreys. Er eröffnete auf der Oberelbe am 5. April (1817) die Strecke zwischen Pichelsdorf und Hamburg, wo es am 8. April eintraf. Einen Monat später wurde zur Aufrechterhaltung des Schiffahrtsbetriebes die PATENTIRTE DAMPFSCHIFFAHRTSGESELLSCHAFT in Berlin gegründet, die erste Aktiengesellschaft für Dampfschiffahrt in Deutschland.

http://www.bdkr.com/rul.php?art=195

Reiseleben, Heft 12 / 1986
von Alex W. Hinrichsen, 3450 Holzminden

1977 Werner Jaeger - Buch

Henning v. Bernewitz beschreibt in seiner Buschbeschreibung zu den Kulturkarten
 “Berlin in Raum und Zeit”
(1. Auflage 1992, Seite 75) den Standort der Werft
an der Scharfe Lanke:

1816 Generalstabskarte - Dampfbootbaustelle Scharfe Lanke

1975 Briefmarke Prinzessin Charlotte von Preussen-klein

Das erste deutsche Dampfschiff

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Berliner Schifffahrtsgeschichte

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